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Herausforderungen für das Bildungssystem

Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen für das hessische Bildungssystem?

Denken Sie, dass unser derzeitiges Schulsystem noch Zeitgemäß ist und die großen Probleme unserer Schulbildung, die ja unter anderem auch durch die Pisa-Studie offengelegt wurden, lösen kann?

Wenn nein, was für Veränderungen streben Sie an?

Wie lautet Ihr Standpunkt zum Thema Hochschulförderung und Studiengebühren?

Dirk Landau (CDU)

Wir dürfen kein Talent verloren gehen lassen und müssen jeden nach seinen speziellen Fähigkeiten fördern. Dabei müssen wir aber auch klar machen, daß Bildung nichts ist, was einem der Staat einfach überstülpen kann, sondern auch der eigenen Initiative und der Unterstützung aus dem Elternhaus bedarf.

Angesichts abnehmender Schülerzahlen gilt es, eine Neuorganisation des Schulangebotes so in der Fläche hinzubekommen, dass für alle Bildungsqualität und –gerechtigkeit sichergestellt ist.

Die Pisa-Studie führt leider oft in Versuchung, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Ursachen etwa für starke Ergebnisse Finnlands sind vielfältig und gehen bis in die Gesellschaftsstruktur des Landes zurück, die eben anders ist. Unser bestehendes mehrgliedriges Schulsystem und unser duales Ausbildungssystem waren in der Vergangenheit eine unserer Stärken, die nicht auf dem Altar einer (linken) Schulideologie geopfert werden dürfen. Eine gewisse Anpassung an geänderte Bedingungen vorausgesetzt ist unser Schulsystem noch zeitgemäß.

Veränderungen, die bisher in Angriff genommen wurden, etwa eine bessere Vergleichbarkeit der Leistungen durch landesweit einheitliche Prüfungen sowie die Qualitätsanhebung hessischer Schulabschlüsse etwa durch das Zentralabitur, müssen beibehalten werden. Die bundesweit vorbildliche Einführung von SchuB-Klassen für schwache Hauptschüler muß in Hessen vom Modell zum Regelangebot werden. Dieser Weg muß weiter beschritten werden.

Studiengebühren sind keine hessische Erfindung. Andere Bundesländer und viele europäische und außereuropäische Staaten haben sie bereits eingeführt. Wir sprechen  allerdings von Studienbeträgen. Drei Zahlen machen dies deutlich: ein Studium der Ingenieurwissenschaften ist mit Kosten von 90.000 € verbunden; die Regelstudienzeit von 9 Semestern belastet einen Studenten mit einem Gesamtbetrag von 4.500 €!

Es ist eine notwendige und rentable Investition in die Zukunft, die alleine aus leeren Staatskassen nicht finanziert werden kann. Die Studierenden werden von den zweckgebundenen Einnahmen der Universitäten profitieren, da sie stark verbesserte Studienbedingungen vorfinden werden. Alleine die Universität Kassel etwa wird durch die Studiengebühren in 2008 über 12 Millionen € mehr zur Verfügung haben. Die CDU-geführte Landesregierung hat ein 3 Milliarden € schweres Programm für den Hochschulbau aufgelegt, daß bis 2020 bauliche Defizite beheben wird.

Im Übrigen frage alle Kritiker von Studiengebühren, warum das Studium kostenfrei sein soll, wenn gleichzeitig z.B. in der Berufsausbildung des Handwerks für die Vorbereitungslehrgänge zur Meisterprüfung bis zu 30.000 € aufgebracht werden müssen.

Lothar Quanz (SPD)

Die zentralen Herausforderungen liegen darin, dass wir die Gruppe der Schulabbrecher deutlich verringern müssen, dass wir noch mehr Jugendliche zu höheren Bildungsabschlüssen bringen müssen und dass wir den Bildungserfolg der einzelnen Schülerinnen und Schüler von der sozialen Herkunft der Eltern entkoppeln müssen.

Das derzeitige Schulsystem offenbart große Mängel, deshalb sind dringende Veränderungen notwendig. Fünf Punkte möchte ich dazu nennen:

  1. Die Rahmenbedingungen für unsere Schulen müssen deutlich verbessert werden, das heißt: Weniger Zwang und Verordnungen zentralistisch von Wiesbaden aus, sondern mehr Freiheiten für unsere Schulen. Wir wollen darüber hinaus kleinere Klassen, damit alle Kinder bessere Leistungen erzielen können.
  2. Es muss möglich sein, auch künftig in kleineren Schulen Angebote zu machen.  Besonders im Werra-Meißner-Kreis darf es nicht dazu kommen, dass weitere Schulstandorte geschlossen werden, wie dies die Politik der CDU-Regierung im Moment vorgibt.
  3. Wir brauchen eine bessere frühkindliche Bildung und Erziehung und damit auch eine bessere Verzahnung zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen. Dazu gehört,  dass wir deutlich mehr und auch qualitativ bessere Ganztagsangebote schaffen, sowohl in den Kindergärten als auch in den Grundschulen und den weiterführenden Schulen. Ganztägige Schulangebote sind die beste Antwort auf bessere Förderung für alle Kinder und alle Begabungen.
  4. Längeres gemeinsames Lernen ist sicherlich für viele Schulen eine Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Schulen, die weitgehend ohne äußere Differenzierung arbeiten, sind auch eine Antwort für kleinere Schulstandorte bei zurückgehenden Schülerzahlen. Gerade auch deshalb wollen wir es möglich machen, dass Schulen sich nach finnischem Vorbild freiwillig auf den Weg machen können, um ihre Arbeit erfolgreich für alle Begabungen anzubieten.
  5. Die Lehrerausbildung muss sich noch gezielter auf den Arbeitsplatz Schule ausrichten. Lehrerinnen und Lehrer müssen noch besser auf ihre Rolle als Lernmotivator, als Moderator von Lernprozessen, aber auch als Experten für Diagnostik von Stärken und Schwächen von Kindern ausgebildet werden.

Wenn all diese Forderungen und Ziele verwirklicht sind, dann gehe ich davon aus, dass wir auch einen wesentlichen Beitrag zum Thema Chancengleichheit geleistet haben. Chancengleichheit ist im gegenwärtigen Schulsystem ein offensichtlich großer Mangel.

Zum Thema Studiengebühr eine klare Ansage: Wir lehnen Studiengebühren ab!

Wir, die SPD, halten sie für verfassungsfeindlich und werden sie deshalb nach Regierungsübernahme sofort wieder abschaffen.

Sigrid Erfurth (Grüne)

Derzeit sind wir von einer gelingenden individuellen Förderung in einem vielfältigen und durchlässigen Bildungssystem weit entfernt. So bleiben die Potenziale vieler Kinder – sowohl der Schwachen als auch der Starken – unentwickelt. Das wollen wir ändern. Der Schlüssel hierfür ist ein Mehr an individueller Förderung von Anfang an. Die Zukunft unserer Kinder muss uns etwas wert sein. Deshalb werden wir deutlich mehr in Bildung investieren. Die einzelnen Vorschläge habe ich unter Punkt 2.2. dargestellt.

Wir wollen das Studiengebührengesetz umgehend wieder rückgängig machen, denn Studiengebühren sind sozial ungerecht, bildungspolitisch falsch und in Hessen verfassungswidrig. Die Einnahmen aus den Studiengebühren werden wir den Hochschulen allerdings ersetzen und für eine Qualitätsoffensive für bessere Studienbedingungen und eine bessere Qualität der Lehre einsetzen. Zudem wollen wir die Hochschulen in die Lage versetzen, in den kommenden Jahren tatsächlich mehr Studierende aufzunehmen.

Sonja Biermann- Hirth (Linke)

Auch in Hessen herrscht eine extrem große Abhängigkeit der Bildungsmöglichkeiten und des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft. Das dreigliedrige Schulsystem hat sich als ungeeignet erwiesen, diese Misere zu überwinden. Deshalb befürworte ich eine Gemeinschaftsschule von der 1. bis zur 10. Klasse. Möglichst alle Schulen sollten ein ganztägiges Bildungsangebot  mit einem gemeinsamen kostenlosen Mittagessen anbieten können. Der Übergang in einen Bildungsweg, der zur Hochschulreife führt, soll frühestens nach erfolgreichem Abschluss der Klasse 8 erfolgen. Ein wohnortnahes Schulangebot mit Klassengrößen bis höchstens 25 Schülern muss gewährleistet werden. Der Unterricht soll individuell fördernd und praxisbezogener durchgeführt werden. Es soll jedem Schüler freigestellt werden, ob er das Abitur nach der 12. oder 13. Klasse ablegen will.

Studiengebühren benachteiligen im erheblichen Maße Schüler aus nicht wohlhabenden Familien.

Andrea Ypsilanti (SPD)

Eine Herausforderung besteht darin, nicht nur vom Wert der Bildung zu reden, sondern auch Geld zur Verbesserung der Bildung in die Hand zu nehmen. Eine weitere Herausforderung - und die hängt mit der ersten zusammen - ist die Herstellung von Chancengleichheit.

Unser hessisches Schulsystem ist nicht zeitgemäß und hält den internationalen Vergleichen nicht stand. Es benachteiligt Kinder aus bildungsfernen und sozial schwachen Familien. Es schränkt soziale Aufstiegsmöglichkeiten ein und wird auch den sehr guten Schülerinnen und Schülern nicht gerecht.

Zum einen wollen wir die Rahmenbedingungen für Bildung verbessern und Chancengleichheit herstellen.

Das heißt, Schulen dahingehend zu unterstützen, dass individuelle Förderung möglich wird. Dazu gehören kleinere Klassen und mehr Lehrerinnen und Lehrer. Dazu gehören Ganztagsschulen, in denen auch Psychologen und Sozialpädagogen arbeiten und in denen die Träger der Jugendarbeit einen Platz haben. Dazu gehören die Abschaffung von G8 und stattdessen die Einführung einer flexiblen Eingangs- und Oberstufe. Und dazu gehört langes gemeinsames Lernen und der Erhalt der Schulstandorte. Wir wollen die frühe Förderung in Kindergärten verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule stärken.

Tarek Al-Wazir (Grüne)

Derzeit sind wir von einer gelingenden individuellen Förderung in einem vielfältigen und durchlässigen Bildungssystem weit entfernt. So bleiben die Potenziale vieler Kinder – sowohl der Schwachen als auch der Starken – unentwickelt. Das wollen wir ändern. Der Schlüssel hierfür ist ein Mehr an individueller Förderung von Anfang an. Die Zukunft unserer Kinder muss uns etwas wert sein. Deshalb werden wir deutlich mehr in Bildung investieren. Mit einem Sofortprogramm Schule wollen wir unmittelbar nach einem Regierungswechsel die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen der Schulen verbessern und sie von Bürokratie und Gängelung entlasten. Dazu gehört die Einstellung von 1000 zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern ebenso wie ein zusätzliches Budget von 50 Euro pro Schüler und Jahr zur freien Verfügung für die pädagogische Arbeit der Schulen. Mit unserem Maßnahmenpaket wollen wir auch der viel zu hohen Abhängigkeit des Schulerfolgs vom Bildungshintergrund der Eltern begegnen.

Mit einer Fülle von Maßnahmen werden wir zu einer besseren individuellen Förderung der nachwachsenden Generation beitragen. Wir werden die frühkindliche Bildung stärken, die flexible Eingangsstufe zu Beginn der Grundschule einführen, Ganztagsangebote deutlich ausweiten, durch das Sofortprogramm Schule für eine bessere personelle und materielle Ausstattung der Schulen sorgen, die Jugend- und Sozialarbeit in die Schule und auch beim Übergang von der Schule in die Ausbildung stärker einbeziehen, die Fortbildung und das Unterstützungssystem für Lehrer verbessern.

Bis zum Ende der kommenden Legislaturperiode wollen wir der Hälfte aller weiterführenden Schulen auf freiwilliger Basis ermöglichen, sich zu „Neuen Schule“ nach finnischem Vorbild weiterzuentwickeln.

Die Neue Schule gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in kleineren Lerngruppen mit individueller Förderung länger gemeinsam zu lernen, um sich optimal zu entwickeln. Wir sind davon überzeugt, dass dies in der Spitze, in der Breite und bei leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern zu besseren Ergebnissen führen wird. Wir werden diesen Weg dennoch nicht von oben vorschreiben, denn uns geht es um Konzepte für die Schule von morgen und nicht um den Schulkampf von gestern. Auch an den Schulen des gegliederten Schulsystems werden wir wie eingangs beschrieben die Rahmenbedingungen für individuelle Förderung verbessern

Willi van Ooyen (Linke)

Unser Schulsystem ist nicht zeitgemäß. Die Linke fordert eine sozial gerechte und demokratische Bildungsreform. Alle fördern und keinen »sitzen lassen« statt Selektion und Auslese.

Eine sozial gerechte Bildung für alle kann nur in gesellschaftlicher Verantwortung bei umfassender Förderung und ausreichender Finanzierung durch die öffentliche Hand gewährleistet werden. DIE LINKE. Hessen wendet sich deshalb gegen eine Privatisierung und Ökonomisierung des Bildungswesens und den Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung.

Wir wenden uns insbesondere gegen eine »betriebsradikale« Umstrukturierung von Schulen im Rahmen der so genannten »Neuen Verwaltungssteuerung« (NVS), die an Kennziffern orientierte Input-Output-Rechnungen zur Grundlage hat, Kostensenkungsaspekte in den Mittelpunkt rückt, und die Schulen in eine scharfe Konkurrenz zu einander setzt.

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